Wie man mit Tabellen den angeblichen Schülerschwund dramatisiert

Wenn man trotz schlechtester Ergebnisse bei Pisa, Klassengrößen von bis zu 30 Schülern und ständigen Beteuerungen, die Bildung stärken zu wollen, gleichwohl ein Dutzend Grundschulen in Bochum schließen möchte, braucht man dafür schon gute Argumente. Um einen Kommunalpolitiker, der bekanntlich ehrenamtlich tätig ist und eigentlich ein Herz für Kinder hat, gleichwohl von der Notwendigkeit der Schließungen zu überzeugen, bedient sich die Verwaltung gerne sprechender Bilder, d. h. grafisch aufgepeppter Statistiken.  So auch im letzten Schulentwicklungsplan, der dieses – auf den ersten Blick dramatische – Balkendiagramm enthielt.

 

Quelle Schulentwicklungsplan der Stadt Bochum 2007

Erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass bei den Grafiken die Balken bei 10.000 gekürzt wurden, d. h. der Rückgang grafisch dramatisiert wurde. Sieht man sich die nachfolgende Statistik an, die die selben Daten wie oben – jetzt allerdings maßstabsgetreu darstellt – sieht die Sache schon viel weniger dramatisch aus.

Wenn man dann noch erfährt, dass die Zahlen Ende der 1980er Jahre auch schon einmal sehr niedrig waren und  ab 2029 voraussichtlich wieder mit einem Anstieg der Schülerzahlen zu rechnen ist, wie folgende Statistik für Nordrhein-Westfalen vermuten lässt, könnte einem als Mitglied des Rates nicht der Gedanke kommen, die eigene Verwaltung will einen hinters Licht führen?

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