Argumente

Demografischer (demagogischer ) Faktor

Die Schulverwaltung Bochum begründet ihre Schließungspläne vor allem mit dem so genannten „demografischen Faktor“. In den letzten Jahren hat es tatsächlich einen Rückgang der Schülerzahlen gegeben, in der Zeit von 2005 bis 2010 sank die Zahl der Grundschüler an Bochumer Schulen von 12.800 auf 12.100, also um 700 Kinder, oder ca. 5,4 Prozent.

Quelle Schulentwicklungsplan der Stadt Bochum 2007

Seit 2005 wurde zum einen schon eine Grundschule geschlossen (St. Barbara-Schule) es wurde vor allem aber in allen Grundschulen in Bochum der „Offene Ganztag“ eingeführt. In den allermeisten Schulen wurden dafür Räume, die vorher für den Unterricht genutzt wurden, umgewidmet und stehen daher heute z. B. als Klassenräume nicht mehr zur Verfügung. Da die Stadt Bochum im Schulentwicklungsplan zu dieser Frage keine genauen Quadratmeter sondern für die einzelnen Schulen nur die Anzahl der Räume angibt, die für Ganztagsbetreuung genutzt werden, kann man nur schätzen, dass die durch die demografische Entwicklung frei gewordenen Flächen durch die Ganztagsbetreuung bereits wieder belegt sind.

Die von der Schulverwaltung suggerierten Leerstände gibt es nicht!

Nur 100 Grundschüler weniger bis 2015

Wenn man sich die Entwicklung der Schülerzahlen in Bochum genauer anschaut (vgl. Grafik der Stadt Bochum oben), erkennt man, dass es seit der letzten Schulentwickluns–gplanung eigentlich keine wesentlichen Veränderungen der Schülerzahlen gegeben haben dürfte. Der aktuelle Schulentwicklungsplan sagt für die Zeit von 2010 bis 2015 einen Rückgang der Grundschülerzahl um lediglich 100 Kindern voraus. Dies entspricht der Kapazität einer einzügigen Grundschule bzw. einem Rückgang von ca. 0,8 Prozent.

„Nur“ 700 Schüler weniger von 2015 bis 2020

Für das Jahr 2020, d.h. in 10 Jahren, geht der aktuelle Schulentwicklungsplan von einem Rückgang um ca. 700 Schülern im Vergleich zu 2015 aus. Diese Schätzung ist allerdings – im Vergleich zu den Zahlen bis 2015 – äußert unsicher. Die Kinder, die 2015 unsere Grundschulen besuchen werden, sind bereits alle geboren. Wie viele Kinder bis 2010 geboren und dann unsere Grundschulen besuchen werden, hängt nämlich  maßgeblich davon ab, wie kinderfreundlich sich Bochum in Zukunft gegenüber jungen Familien verhält.

Qualität der Grundschulen kann noch gesteigert werden.

Der internationale Vergleichstest IGLU hat ergeben, dass unsere Grundschulen weitgehend gut funktionieren und nicht für das schlechte Abschneiden Deutschlands bei der PISA-Studie verantwortlich gemacht werden können. Gerade im Primarbereich wird durch gemeinsames Lernen und gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer ordentliche Arbeit geleistet. Eine Verbesserung der Qualität ist aber möglich und wünschenswert. Die funktionierenden Strukturen in unseren Grundschulen dürfen nicht zerstört sondern sollten gestärkt werden. Der demografische Wandel könnte dazu genutzt werden, dass sich durch kleinere Klassen, Arbeitsräume für Lehrerinnen und Lehrer und der Einsatz von Psychologinnen und Sozialpädagogen die Qualität deutscher Grundschulen deutlich aus dem derzeitigen Mittelmaß heraushebt. Dies hatten uns unsere Politiker jahrelang versprochen. Für ein Land mit einem erheblichen Exportüberschuss ist es auch sinnvoll und notwendig in Bildung zu investieren, da unsere Wirtschaft gut ausgebildete Fachkräfte und Akademiker dringend benötigt.

Investitionen in die Bildung unserer Kinder sind Investitionen in unsere Zukunft.

Es macht keinen Sinn an der Bildung unserer Kinder zu sparen, „um ihnen später keine Schulden zu hinterlassen.“

Eine der schwerwiegendsten Hypotheken, die man unseren Kindern auferlegen könnte, wäre, sie mangelhaft zu bilden.

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