Demografischer (demagogischer ) Wandel

Die Schulverwaltung Bochum begründet ihre Schließungspläne vor allem mit dem so genannten „demografischen Faktor“. In den letzten Jahren hat es tatsächlich einen Rückgang der Schülerzahlen gegeben, in der Zeit von 2005 bis 2010 sank die Zahl der Grundschüler an Bochumer Schulen von 12.800 auf 12.100, also um 700 Kinder, oder ca. 5,4 Prozent.

Quelle: Schulentwicklungsplan der Stadt Bochum 2007

Seit 2005 wurde zum einen schon eine Grundschule geschlossen (St. Barbara-Schule) es wurde vor allem aber in allen Grundschulen in Bochum der „Offene Ganztag“ eingeführt. In den allermeisten Schulen wurden dafür Räume, die vorher für den Unterricht genutzt wurden, umgewidmet und stehen daher heute z. B. als Klassenräume nicht mehr zur Verfügung. Da die Stadt Bochum im Schulentwicklungsplan zu dieser Frage keine genauen Quadratmeter sondern für die einzelnen Schulen nur die Anzahl der Räume angibt, die für Ganztagsbetreuung genutzt werden, kann man nur schätzen, dass die durch die demografische Entwicklung frei gewordenen Flächen durch die Ganztagsbetreuung bereits wieder belegt sind.

Die von der Schulverwaltung suggerierten Leerstände gibt es nicht!

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PISA zeigt: Zwergschulen sind gute Schulen!

Der Bochumer Schuldezernent Michael Townsend behauptet:

„… Zwergschulen in der Großstadt ist eigentlich nicht das, was man sich aus pädagogischen und schulfach-lichen Gründen wünscht.“

(c) WDR Studio Essen 2010

Das klingt im ersten Moment recht überzeugend, doch wenn man sich das PISA Vorzeigeland Finnland anschaut, zeigt sich, dass gerade dort viele Schulen sehr klein, d.h. Zwergschulen sind:

„Die finnischen Schulen sind aufgrund der Größe des Landes und der geringen Einwohnerzahl meist klein:

Rund 60% der Schulen haben weniger als sieben Lehrkräfte, knapp 40% haben weniger als 50 Schüler.

Auch die Klassen sind kleiner als in Deutschland:

Die durchschnittliche Klassenstärke der an der PISA-Studie beteiligten Klassen betrug in Finnland 19,5 Schüler. Der landesweit erfasste Durchschnitt liegt aber weit darunter, wie man aus den obigen Schülerzahlen leicht ersieht.

Die niedrige Lerngruppenstärke ist ökonomisch nicht sehr günstig, wohl aber pädagogisch:

Gerade die schwächeren Kinder gedeihen in einer ‚intimen‘ Lernumwelt weit besser und es gibt wenig Disziplinprobleme.

Zitiert nach: Das Märchen vom PISA-Erfolg der Gesamtschule, Finnlandexpertin Thelma von Freymann über einen Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen

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Lokalzeit Ruhr berichtet über Schließungspläne in Bochum

(c) WDR Studio Essen

(c) WDR Studio Essen

Der WDR hat in der Sendung Lokalzeit Ruhr über die geplanten Schulschließungen in Bochum berichtet. Leider wurde in dem Beitrag der Eindruck vermittelt, als sei schon alles beschlossen und nicht mehr zu ändern. Das ist zum Glück nicht der Fall.

In Essen haben die Eltern gekämpft und die Pläne der Stadt zum größten Teil verhindert.

Hier geht es zum Beitrag auf der Homepage der Lokalzeit, der die nächste Woche dort noch abzurufen ist.